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70. Jahresausstellung im Nolde Museum Seebüll

Freizeitschnack Nordfriesland im Emil Nolde Museum. Bild von Adam und Eva

Beziehungen zwischen Menschen, Natur und Kunst

Das Motto der 70. Jahresausstellung im Nolde Museum Seebüll

Zum Frühstück schlage ich die „WochenSchau“ auf und bin mir gleich sicher, was ich an diesem sonnigen Wochenende machen möchte. „Emil Nolde feiert Jubiläum“ und ich feiere einen Tag in der Sonne, besuche die 70. Jahresausstellung im Nolde Museum Seebüll und genieße danach die anliegende Gastronomie mit meinem Mann. Er steht nicht so auf Kunst, aber auf Kaffee und Kuchen. Und so verabreden wir uns in Seebüll.

Aktivitätenplaner für einen Besuch im Nolde Museum Seebüll

  • Anreise mit Auto, Rad oder zu Fuß
  • Eintritt 12 EUR p.P. (Erwachsener normal)
  • Parkplätze beim Noldemuseum Seebüll
  • Zu Fuß oder mit dem Rad ab Neukirchen (Parkplätze am Haus der Vereine)
  • Museumsgastronomie „Element“ und Nolde-Shop
  • 70. Jahresausstellung 1. März bis 31. Oktober 2026, tgl. 10 – 18 Uhr
  • Mikroabenteuer am Hülltofter Tief möglich

Mensch und Natur – Auf dem Weg zum Nolde Museum

Ich freue mich über die ersten Sonnenstrahlen und ziehe meine bequemen Schuhe an. Meine Füße sollen mich heute nach Seebüll bringen. Es gibt zwei Möglichkeiten, wenn ihr in Neukirchen startet. Entscheidet euch zwischen Pedes und Fahrrad. Ihr könnt aber auch mit dem Auto direkt bis zum Nolde-Parkplatz nach Seebüll fahren. Der Radweg führt euch in Richtung Aventoft (über Nordosterdeich). Biegt dann vor der Kreuzung am Wegweiser rechts ab (Noldeweg). Hier folgt mein absolutes Lieblingsstück des Weges. Dieser führt uns durch Grünland, über eine wunderbare kleine Brücke und wieder durch Grünland bis zum Nolde Museum. Wenn ihr auf den befestigten Weg kommt, ist rechter Hand ein Grundstück. Dort wohnen relativ große Hunde, die aber gesichert sind. Nicht erschrecken.

Ich nehme heute den Weg über die Straße, da der Boden noch sehr nass ist. Der Schnee ist gerade erst geschmolzen. Bei dieser Variante, eher für das Fahrrad geeignet, kann man im Sommer einen Abstecher zur Badestelle „Hülltofter Tief“ machen und sich herrlich erfrischen. Achtet aber bitte auf die Angler. Ein kleines Toilettenhäuschen, eine Notrufsäule und ein kleiner Grillplatz stehen auch zur Verfügung. Wenn das mal kein Ort für ein Mikroabenteuer ist. Vom Tief führt dann ein kleiner Trail zum Museum. Das Rad lässt sich darauf sehr gut schieben.

Besuch der 70. Jahresausstellung

Da nicht viel Verkehr ist, komme ich sicher nach Seebüll. Obwohl heute Eröffnung ist, sind schon zahlreiche Gäste da. Im Besucherzentrum löse ich mein Ticket für 12 EUR und kann auch schon starten. Ich nehme den Weg über die Grabstätte von Ada und Emil Nolde durch den Garten. Dieser ist am 1. März noch sehr trostlos und auch matschig. Im Sommer ist er ein echtes Highlight. Heute stört es mich nicht, ich bin wegen der Bilder da. Also laufe ich zum Haus der Noldes und trete ein.

Das Nolde-Haus

Emil Nolde hat sein Wohn- und Ateliershaus selbst entworfen. Wie ich lesen kann, ist dieses ein herausragendes Künstlerhaus der Moderne. Im Erdgeschoss kann man die original eingerichteten Wohnzimmer bestaunen. Im Atelier befindet sich das Hauptwerk „Das Leben Christi“ (1911/1912). In der oberen Etage findet sich die Präsentation der Gemälde. Die Website des Nolde Museums informiert umfassend über die Ausstellung.

Stimmungen und Naturerlebnisse

Ich bin kein Kunstkenner und habe so gar keine Ahnung. Aber ich liebe Bilder. Ich mag die impressionistischen Werke von Monet, weil sie „leise“ daherkommen, luftig und harmonisch. Rubens‘ Barockwerke und Renaissance-Werke von Michelangelo, Raffael und dem Schöpfer der Venus: Sandro Botticelli sind für mich persönlich besondere Kunstwerke. Schon allein deshalb, wie sie damals erschaffen wurden. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Nolde gehört zu den Expressionisten. Das bedeutet (einfach erklärt), dass der Künstler sein eigenes Seelenleben in den Augenblick der Beobachtung einbringt. Anders als beim Impressionismus ist das Bild somit viel „lauter“, weil die Farben intensiver sind, die Objekte mehr „Wucht“ bekommen und auch mitunter eine düstere Stimmung entstehen kann. Wir hier im Norden wissen, dass die Dramatik am Meer einzigartig sein kann. Und genau diese Bilder ziehen mich ins Nolde Museum. Auch die Blumenbilder finde ich großartig, weil sie eine (für mich) besondere Pracht haben. Und da darf es schon mal lauter sein.

Der Garten und die Aussicht auf Kaffee und Kuchen

Nach der Ausstellung schlendere ich durch den Nolde-Museumsshop. Das Titelbild des Flyers von 2026 „Zwei am Meeresstrand“ (Gemälde 1903) ist auch mein Favorit. Ich überlege, wo das Bild bei mir zu Hause eine Heimat finden kann. Ein Mousepad wäre großartig, ist aber leider nicht im Sortiment. Dafür gibt es jede Menge anderer Dinge wie Regenschirme, Beutel, Farben, Bücher und vieles mehr. In der oberen Etage gibt es einen kleinen Kinosaal. Ein Film informiert euch über das Leben des Künstlers. Gegenüber findet ihr das Kunstatelier der Malschule Seebüll.

Heute ist kein Tag, um auf der Terrasse zu verweilen oder durch den Garten zu schlendern. Wenn der Frühling aber richtig Fahrt aufgenommen hat, könnt ihr Zeit zwischen den Blumen verbringen. In den Blütemonaten Juli bis August ist er besonders schön. Wußtet ihr, dass die Wegführung die Initialen „A“ und „E“ darstellt (Ada und Emil)? Wer möchte, kann im Gartenshop Setzlinge und Saatgut kaufen.

Der Spielplatz hält für die kleinen Künstler viel bereit. Solltet ihr auf dem Parkplatz in Seebüll stehen, könnt ihr trotzdem zur Badestelle laufen. Diese erreicht ihr, wenn ihr die kleine Holzbrücke hinter dem Spielplatz überquert und den Trail weiterlauft.

Mein Mann ist inzwischen in Seebüll angekommen. Wir genießen jetzt eine Friesische Waffel und Johannisbeertorte mit Kaffee und Cappuccino. Hier im „Element“ gibt es ein großes Angebot: Vom Frühstück bis zur Hochzeit ist alles möglich. Und das mit bester Kulisse. Schaut ruhig mal rein, auch eine After-Work-Party findet regelmäßig statt. Der Duft, der uns umgibt, ist vielversprechend.

Selbst ist der Mensch

Wer Lust hat, etwas Kreatives zu probieren, kann sich das Programm der Malschule Seebüll anschauen. Von Mai bis Oktober kann der Pinsel geschwungen werden.

Ihr wollt auch noch Noldes Boot entdecken? Hinter dem Busparkplatz führt euch ein Trail direkt in die Natur.

Ich wünsche euch einen schönen Besuch im Nolde Museum Seebüll.

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