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7 Ideen: Low-Budget-Camping

Last-Minute Low-Budget-Camping
Draußen ist gutes Wetter und du hast ein paar Tage frei? Zu Hause bleiben ist aber keine Option für dich. Eigentlich möchtest du nur ein paar Tage ungezwungen und frei sein. Und meist ist der erste Impuls: „Warum nicht mal auf einen Campingplatz, das wäre mal was komplett anderes.“ Last-Minute Low-Budget-Camping. Haremshose, Shirt und mitten in der Natur – That sounds perfect! Dann kommt der zweite Impuls.
Die Freunde, die auf Trekkingpfaden um die Welt reisen. Was haben sie doch gleich für ihre letzten Iso-Matten gezahlt? 350 EUR? Auch für ein Zelt sind Preise über 1000 EUR möglich. Für ein paar Tage wäre das ziemlich viel Geld. Außerdem – wie oft wirst du die Dinge überhaupt benutzen?
Mir ist es ähnlich ergangen. Stundenlang habe ich nach den passenden Dingen gesucht. Unzählige Foren habe ich durchforstet – immer auf der Suche nach den passenden Gegenständen und Möglichkeiten. Eine Fachfrau bin ich trotzdem nicht geworden. Aber ich habe gute Lösungen gefunden. Hier meine 7 Ideen: Low-Budget-Camping, die einfach umsetzbar sind.
1. Idee: Low-Budget-Camping:
Kleine Leichtgewichtzelte zum Wandern oder Biken
Mein erstes Zelt war der Kauf einer Ahnungslosen. Ich wusste nicht, ob ich es je wieder benutzen würde und daher kam mir das rabattierte Zelt von Polarino gerade recht. Vor ca. zwölf Jahren war das wohl ein Versuch der Otto-Marke, der sich nicht durchgesetzt hat.
Ich bin damals mit meiner Tochter mit dem Rad von Rotenburg o.d.T. nach Garmisch-Partenkirchen gefahren. Das Zelt war einwandig. Heute weiß ich: Niemals ein einwandiges Zelt kaufen. Meine Tochter lacht heute noch darüber: „Weißt du noch, da hat es immer im Zelt geregnet.“ Kondenswasser sammelt sich über Nacht an der Innenseite vom Außenzelt und mit Innen- und Außenzelt bleiben die Wassertropfen, wo sie sind. Außerdem kann man bei mehrtägigen Touren das nasse Außenzelt vom Innenzelt trennen und schläft immer trocken.
Das Gewicht war allerdings unschlagbar. Kein ganzes Kilo. Der Bogen am Eingang und am Ende wurde mit einer sehr einfachen Plastikkonstruktion aufgestellt. Das Zelt hielt eine Woche und war danach kaputt. Aber nicht schlimm – ganze 49 EUR hatte ich dafür bezahlt und die Erfahrung gab es gratis dazu.
Kleine Dackelgerage
Heute besitze ich für mich alleine ein Ferrino Sling 1. Mit 1250 g leicht genug und einfach aufzubauen. Die Kritiken sind unterschiedlich. Die Größe ist bestimmt bei Menschen über 1,80 m ein Problem. Ich habe mit meinen 1,50 m viel Platz und kann Rucksack oder Fahrradtaschen bequem ans Fußende legen. Das Klima im Zelt finde ich klasse. Allerdings benutze ich es nur in den Monaten: Juni bis September und meist nur für Fernwanderungen. Die Apsis ist sehr klein. Für den Ein- und Ausstieg braucht man eine gewisse Beweglichkeit. Das Zelt hat mich schon sicher bei Hagel durch die Nacht gebracht. Es lässt sich auch super abspannen, sodass es bei moderatem Regen 100% dicht ist. Im Monsun habe ich es aber nicht getestet.
Tarp und Zeltunterlage
Ich habe mir von HIKEMAN ein Tarp dazu gekauft, und so kann man im Regen auch trocken kochen. Vorausgesetzt man hat Wanderstöcke im Gepäck. Für den Bodenschutz nutze ich eine einfache wasserdichte Zeltunterlage mit wenig Gewicht. HIKEMAN findet ihr z.B. bei Amazon.
Iso-Matten
Iso-Matten gibt es so viele Ausführungen. Meine erste Matte war die preisgünstige Bestway Comfort Quest. Zehn Jahre war sie immer mit dabei. Heute habe ich die Therma-a-Rest Trail lite passend zum Schlafsack. Die Bestway’s liegen jetzt im Auto, wenn ich mit Marple spontan nach Dänemark fahre. Unkaputtbar!



2. Low-Budget-Camping-Idee:
Kuppelzelte für mehr Komfort
Nach dem Fauxpas mit dem Polarino-Zelt habe ich dann ein neues Zelt für das folgende Jahr benötigt. Meine Tochter kam wieder mit und wir brauchten ein 2-Personen-Zelt. Durch endloses Suchen fand ich das Quechua QuickHiker 2 bei Decathlon. Ich weiß gar nicht mehr, was es gekostet hat. Aber es hatte einen sehr guten Preis. Und eine fabelhafte Qualität. Nach vielen Einsätzen funktioniert das Kuppelzelt noch immer tadellos. Ich nutze es jetzt sehr gerne, wenn ich mehr Komfort und Platz beim Biken benötige. Zum Wandern ist es für mich allein mit seinen 2,7 kg zu schwer. Die Apsiden sind ausreichend und man kann auch bei Regen trocken kochen.
Bei Decathlon findet ihr gute Trekking- / Kuppelzelte zu vernünftigen Preisen. Das SIMOND Trekking- / Kuppelzelt ist günstig, wiegt aber knapp 2,9 kg. Das HIGH PEAK Sparrow ist preislich ebenfalls sehr gut, wiegt aber auch 2,8 kg. Die Marke sehe ich sehr oft auf Campingplätzen. So wie die Zelte von Decathlon auch. Ich denke, da kann man sich nicht verkaufen. Und wer zu zweit reist, kann die Last auch aufteilen. Aber auch andere Shops haben gute Produkte. Es muss ja nicht gleich das Hubba Bubba von MSR sein; auch, wenn es ein wunderschönes Zelt ist.
Achtet darauf, dass die Festival-Zelte nicht für längeres Camping ausgelegt sind. Für Wurfzelte habe ich keine Referenzwerte, da ich noch nie mit einem gezeltet habe. Zum Wandern oder Radfahren sind sie eher unpraktisch. Camper, die mit dem Auto oder dem Zug unterwegs sind, können sie eine Alternative bieten. Händler können euch bestimmt Auskunft darüber geben.
Schlafsäcke
Meine ersten Schlafsäcke waren von HIGH PEAK. Jetzt benutzt sie Marple, nachdem sie ihren Hundeschlafsack als unpraktisch erachtet hat. Mein Therm-a-Rest Questar 20F/-6C begleitet mich seit meinem Nepal-Abenteuer. Obwohl er perfekt bei 0°C funktioniert, hat er mich auch in Gorak Shep (5.164 Meter Höhe) bei fast -20°C in der Lodge mit Daunenbekleidung, einem Thermoliner und einer Extradecke warm gehalten. Am Morgen hatte ich die Eisblumen nicht nur am Fenster. Die ganzen Wände im Verschlag waren damit bedeckt. Aber auch im Juni ist er wunderbar – man kann mit sehr leichter Kleidung einsteigen und sehr gut darin schlafen. Und ab Juli bleibt er halt offen oder dient als Decke. Wenn es ganz warm ist, komme ich auch gut mit dem Thermoliner durch die Nacht. Diesen kann ich auch als Hüttenschlafsack verwenden und spare mir weitere Anschaffungen.
Im Campingzelt und im Auto nutze ich den Schlafsack Campz Surfer Pro. Er ist sehr schwer; durch seine Weite aber unheimlich bequem.
Fazit Trecking- und Kuppelzelte
Für 1-2 Wochen Biken oder Wandern im Sommer reichen recht einfache Gegenstände. Ich finde es immer schwierig, wenn Käufer:innen ein <200 EUR Zelt mit einem MSR vergleichen und auch so bewerten. Da hat das andere Zelt keine Chance. Für 120-200 EUR sind nutzbare Zelte auf dem Markt (z.B. Bergfreunde / Decathlon und viele andere Shops). Das Gewicht ist entscheidend und es sollte leicht aufzubauen sein. Denkt an einen Bodenschutz – ist die Bodenwanne durchstochen, bleibt es in der Nacht nicht mehr trocken. Entscheidet euch, ob ihr alle vier Jahreszeiten campen wollt oder nur drei. Darin unterscheiden sich die Zelte. Das 4-Season braucht ihr, wenn ihr auch im Schnee zelten wollt.
Lagert es das restliche Jahr nicht im Kompressionssack, sondern locker in einer Box. Reinigt und trocknet es vorher. Dann habt ihr lange Freude daran.
Fazit Schlafsäcke
Der Schlafsack sollte ein wenig zum Event passen. Müsst ihr ihn tragen, achtet auf das Gewicht. Es gilt der Grundsatz: Lieber erstickt als erfroren. Achtet auf die Daten: „Komfort“ ist eure Maßzahl. Die anderen Zahlen heißen: Limit: „es wird ziemlich kalt“ bis Extrem: „hier überlebe ich gerade noch“. Frauen und Männer brauchen unterschiedliche Schlafsäcke. Für Hunde und Kinder gibt es ebenfalls verschiedene Modelle. Auch die Preisrange ist breit – von Synthetik bis Daune ist alles zu haben. Synthetik ist meist schwerer als Daune. Daune meist teurer als Synthetik.



3. Low-Budget-Camping-Idee:
Campingzelt für Luxus oder Familien
Manchmal brauche ich ein wenig Glamping. Dafür habe ich das QUECHUA Campingzelt – MH100 XXL für vier Personen. Ganze 129,99 EUR kostet das gute Stück bei Decathlon. Super finde ich, dass im Vorzelt kein Boden ist. Ein Outdoorteppich ist leicht aufgelegt und kann immer sauber gehalten werden. Marple reist mit Wanderwagen und dieser passt perfekt hinein, ohne etwas zu beschädigen. Dazu passen noch mein Stuhl und Tisch in das Vorzelt. Und jetzt schnallt euch an: Ich besitze eine Klappmatratze. Darauf schlafe ich wie auf einer Wolke. Marple bekommt ihr eigenes Bett, in dem sie aber selten bleibt. Sie kuschelt halt gerne. Jetzt habe ich noch genug Platz für Campingschränke oder Boxen. Lichterketten machen das kleine Zimmer richtig wohnlich. Eine Zwischenwand dient als Moskitonetz. Ihr merkt schon – hier kommt man nicht ohne Auto aus.
Weitere Extras
Damit der Boden nicht beschädigt wird, habe ich auch hier eine Zeltunterlage. Allerdings bin ich Sparfuchs, da ich das große Zelt wirklich selten benutze. Eine Gartenplane ist völlig ausreichend und diese entsorge ich nach zwei Wochen auf dem Platz, da sie meist an der Unterseite zum Boden schimmelt. Im Zelt selbst habe ich eine Picknickdecke als Einlage und noch einen schmalen Outdoor-Teppich vor unseren Betten, damit Marple mit ihren Krallen keine Löcher stanzt. Zuerst hatte ich ein wenig Angst, dass es längere Regenperioden nicht aushält. Weit gefehlt: Auch nach mehreren Regentagen bleibt alles trocken. Es lässt sich wirklich sehr gut abspannen und die Wassersäule ist bei moderatem Regen ausreichend.
Wichtig finde ich bei Campingzelten auch die Stehhöhe. Für meine 150 cm ist das Zelt völlig ausreichend. Ihr braucht vielleicht mehr Stehkomfort. Oder ihr verzichtet – eure Wahl.
Meinen Tisch und Stuhl habe ich auch von Decathlon. Und obwohl es Dinge aus der MH100-Reihe sind, halten sie schon ein paar Jahre.
Fazit Campingzelt und Sitzmöglichkeiten
Das Campingzelt ist das Flaggschiff unter den Zelten. Sehr schwer (mind. 7 kg) und ein Must-have für Luxus-Liebhaber oder Familien. Mit diesem Zelt legt ihr euch auf einen Ort fest. Reist ihr zu zweit oder allein, habt ihr die Möglichkeit, euch einen kleinen Tempel zu erschaffen. Lichterketten, einfache Outdoor-Teppiche und Boxen sorgen für Behaglichkeit. Ihr könnt Klappliegen oder Klappmatratzen für den perfekten Schlaf nutzen, wenn euer Auto den Platz hergibt. Für die Familie wird es ein Ort, an dem vier Personen mit Iso-Matte und Schlafsack mit der Taschenlampe im Dunklen Figuren an die Zeltdecke zaubern und sich Gruselgeschichten am Abend erzählen. Einfache Sitzgelegenheiten sorgen für ein perfektes Frühstück vor dem nächsten Abenteuer. Lagere das Zelt immer gesäubert die restliche Zeit des Jahres in einer Box.
Platzsparende Falttische gibt es ab 24 EUR bei Decathlon. Camping Wagner startet mit 38,50 EUR. Im Internet findet ihr viele verschiedene Modelle. Tisch-Stuhl-Kombinationen gibt es ab 38,50 EUR. Lest die Rezensionen und bildet euch ein Urteil. Einige Dinge sind nur für Festivals ausgelegt und halten evt. keinen Campingurlaub aus.
Service-Tipp zu den Zelten
Hier findet ihr einen guten Tipp. Der Service-Tipp führt euch auf eine andere Website und der Link auf der Page „Mehr lesen“ führt euch direkt zur Übersichtstabelle zu den einzelnen Zeltkategorien. Alternativ findet ihr ihn auch am Ende der Webseite.



4. Low-Budget-Camping-Idee:
Mini-Camper
Der Mini-Camper ist meine liebste Wochenend-Übernachtungsmöglichkeit. Ich fahre einen Kombi, bei dem man die Rücksitze flach umlegen kann. Auf die glatte Fläche lege ich zuerst meine Bestway’s, sie passen genau nebeneinander. Darauf lege ich zwei lange Auflagen für Gartenliegen. Meine sind 8 cm dick. Marples ist etwas kürzer und dort entsteht Platz für eine Waschschüssel o.ä.
Für alle Seitenfenster habe ich einfache Überzüge aus Gaze. Im Sommer kann ich die Fenster für besseres Klima auch nachts halb geöffnet lassen. Die Insekten bleiben draußen und ich habe guten Sichtschutz. Für die Rückscheibe nutze ich einen ausrangierten Front-Sonnenschutz. Um es mir etwas gemütlicher zu machen, spanne ich eine einfache Fleecedecke über die Kopfstützen und hänge noch eine Lichterkette darüber.
Mit gepolsterten Magneten befestige ich mein Tarp auf dem Autodach und zwei Teleskopstangen von Blaustein zaubern mir ein Vordach. Sollte es regnen, kann ich so zwei Fenster halb offen lassen und es regnet nicht rein. Tagsüber sitze ich trocken oder schattig unter meinem Dach. Ich stehe auf Campingplätzen und nutze die sanitären Einrichtungen vor Ort. Meinen Strom nehme ich aus zwei Powerbanks, habe aber auch ein geeignetes Kabel dabei, um den Stellplatzstrom anzuzapfen.
Du hast keinen Kombi? In Corona-Zeiten hatte ich ihn auch nicht. Mein Mann hat mir damals mein Renault Coupé in einen Camper verwandelt. Die Geschichte dazu erzählen wir in „Marple & me: Corona-Roadtrip“. Schaut doch mal vorbei.
Im Internet gibt es sogar Anleitungen für den Mini Cooper. Viele Freiheitsliebende nutzen diese Variante. Mit einem Hochdach-Kombi hast du das Premiummodell. Wer braucht da ein Wohnmobil? Du willst zum Nordcap? Was hält dich auf?
Einige Camper haben auch einen festen Ausbau. Meine vorgestellte Low-Budget-Variante erhält das Auto in seiner eigentlichen Funktion und ist mit drei Handgriffen wieder alltagtauglich.
Fazit Mini-Camper mit Vorzelt, Sanitärbereich und Küche, Stromversorgung
Der Mini-Camper ist großes Kino. Man ist schnell abfahrbereit und für ein Wochenende oder ein paar Tage mehr hat man alles, was man braucht. Die Variante kann eigentlich O(stern) bis O(ktober) genutzt werden. Der Vorteil: Man braucht kein Zelt nach einem kurzen Aufenthalt aufwändig zu trocknen, sollte es wiederholt nachts regnen. Wenn die Nächte noch sehr kalt sind, ist man im Auto gut geschützt. Der Nachteil: In den Sommermonaten wird es im Auto sehr warm und es kühlt in der Nacht schlecht herunter. Noch schlechter, wenn man vorher gefahren und der Motor noch heiß ist.
Du willst nach Norwegen und nicht auf Campingplätze? Mit Außendusche im Pop-up-Duschzelt, welches auch als Toilettenzelt dient, hast du sogar einen Sanitärbereich an Bord. Ein Toiletteneimer, darin eine Tüte mit etwas Katzen- oder Kleintierstreu, hilft dir in deiner kleinen Not und die Tüte ist einfach zu entsorgen. Ein Campingkocher mit Geschirr wird zu deiner Küche und eine faltbare Schüssel hilft dir beim Spülen und Waschen. Wenn dir die Powerbank nicht reicht, nimmst du dir eine tragbare Powerstation mit. Diese ist allerdings etwas teurer. Und das Kajak schnallst du auf den Dachgepäckträger.



5. Low-Budget-Camping-Idee:
Schlaffass
Das Schlaffass ist auf Durchreisetagen oder am Wochenende eine gute Wahl. Nicht jeder Betreiber vermietet unter drei Nächten und in den Sommerferien gibt es manchmal eine Mindestübernachtung von einer Woche. Meist ist das in der Nebensaison einfacher, aber auch in der Hauptsaison habe ich schon günstig für zwei Nächte geschlafen. Es gibt aber viele Wanderregionen, die Durchreisenden auch nur eine Nacht gewähren. Gerade beim Fernwandern, wo man mal die Füße an einem Zero-Day schonen und die Wäsche waschen möchte, ist ein Schlaffass Gold wert. An Hotspots ist es meist schwieriger, spontan etwas zu bekommen. Aber in nicht so „bekannten“ Gegenden hat man manchmal Glück. Wenn möglich, reserviert vorher.
Ihr habt den Schlafboden mit einer (2×2) m Matratze auf Lattenrost für zwei Personen und könnt die Kinder unten auf den Bänken unterbringen. Diese lassen sich zu Betten umbauen. Unter dem Schlafboden ist Platz für das Gepäck. Ein Tisch wartet ausziehbar unter der großen Bettstatt. Eine Infrarot-Decken-Heizung, ein Wasserkocher mit Tassen und Besteck stehen bereit. Bettwäsche, Inletts und Handtücher muss man meist mitbringen. Ich benutze immer den Schlafsack. Licht und Strom sind im Schlaffass vorhanden, WLAN häufig auch. Die Sanitäranlagen und Küchen vor Ort können immer genutzt werden.
Fazit Schlaffass
Für eine Familie finde ich das Fass ziemlich eng, für zwei Personen ist es ausreichend. Durch die Heizung kann man auch bei niedrigeren Temperaturen darin wohnen. Im Sommer heizt sich das Fass durch das Holz sehr auf und kühlt in der Nacht nur langsam herunter. Dafür duftet es wunderbar nach Holz. Es gibt bundesweit nur wenig Fässer, in denen Hunde erlaubt sind. Nächte im Schlaffass sind richtig urig.



6. Low-Budget-Camping-Idee:
Schlaf-POD
Ein Schlaf-POD ist eine prima Idee für die Ferien mit Kindern. Das kleine Haus auf dem Campingplatz bringt viele Vorteile mit sich. Es gibt Pods mit kompletter Küchenzeile, kleinem Sanitärbereich und in der Luxusvariante auch mit Kamin; aber auch einfachere Modelle, bei denen der Sanitärbereich des Platzes genutzt werden muss. Wir hatten zwar ein Spülbecken und Geschirr, mussten aber die Garagenküche nutzen. Es standen aber eine Mikrowelle, ein Wasserkocher, ein Toaster und eine Kaffeemaschine im POD bereit. Im Gegensatz zum Fass gibt es auch einen Kühlschrank. Ein kleiner Fernseher ist meist auch vorhanden.
Wer es trotzdem abenteuerlicher möchte, nimmt seinen Campingkocher mit und genießt sein Essen in bester Aussicht. So kann man komfortabel wohnen, aber trotzdem alle Freiheiten erleben.
Je nach Angebot müssen Bettwäsche und Handtücher mitgebracht werden. In unserem Fall waren die Betten völlig ausreichend, allerdings konnte in dem oberen Bett der Kammer nur ein sehr kleines schmales Kind untergebracht werden.
Verzeiht mir die Unordnung, aber wenn Kids dabei sind, lässt sich Chaos nicht vermeiden.
Fazit Schlaf-POD
Auch hier wird es sehr warm im Sommer und es kühlt erst nach Mitternacht langsam herunter und der Duft des Holzes ist vorhanden. Im Frühling und Herbst ist es durch die Heizmöglichkeiten ein schönes Familienabenteuer. Für die Familie ist ausreichend Platz vorhanden. Am Tisch klingt der Abend mit Kartenspielen aus und startet der Morgen mit Kaffee und frischen Brötchen. Alles bleibt einfach und wunderbar entspannt. Sand im POD? Einmal fegen – fertig! Hunde sind auch hier selten erlaubt. Eine Alternative stellen Cabins dar, die in Deutschland auf einigen Höfen zu finden sind. In einigen sind Hunde willkommen.



7. Low-Budget-Camping-Idee:
Wohnwagen zur Miete
Das Leben im Wohnwagen ist eine Erfahrung für sich. Auf den Bildern seht ihr meine Mathilda. Zwei Abschnitte O(stern) bis O(ktober) haben wir in ihr gelebt. Inzwischen hat sie neue Besitzende gefunden und hoffentlich ein schönes Leben.
Für eine Freizeit kann man aber auch einen Wohnwagen mieten. Es gibt verschiedene Größen mit unterschiedlicher Ausstattung. Bei einigen kann der Sanitärraum im Wagen genutzt werden, bei manchen nicht. Dann müsst ihr die Anlage auf dem Platz nutzen. Die Küche ist meist voll funktionstüchtig, es gibt kleine Schränke, einen Innen- und Außensitzbereich, einen TV und eine Heizung. Die Betten sind i.d.R. sehr bequem. Durch das Vorzelt gibt es jede Menge Platz für jede Menge Equip. Ähnlich wie im POD ist der Aufenthalt für eine Familie einfach zu gestalten. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass Sand aus einem Wohnwagen schwerer zu entfernen ist als aus einem Pod. Das Vorzelt bietet aber eine großartige Schleuse. Der Wohnwagen ist so bequem wie das Tiny-House, welches die nächste Kategorie darstellt.
Fazit Mietwohnwagen
Im Wohnwagen lebt man schon weniger aus der Tasche oder dem Rucksack. Es fühlt sich schon zivilisierter an, da man auch mal ein Kleidungsstück auf den Bügel hängen kann. Alles Leben passiert auf schmalem Raum, präsentiert sich aber trotzdem frei. Während die Nudeln kochen und man dabei auf einen See oder in den Wald schaut, kann man seinen Gedanken nachhängen. So viel zur verklärten Romantik – meist schaut man auf andere Wagen.
Trotzdem lohnt es sich. Die Familie hat ausreichend Platz und auch als Paar in einem kleineren Wagen ist es sehr gemütlich. Die Räder, sofern ihr welche dabei habt, können im Vorzelt ihren Platz finden und stehen nicht draußen. Bettwäsche und Handtücher muss man meist mitbringen, sie können meistens aber auch gegen Entgelt gemietet werden. Wenn man Glück hat, darf sogar der Hund mit. Bei Regenwetter kann man sich gut beschäftigen und der Mantel tropft sich nicht im Raum ab, sondern kann mit den Gummistiefeln im Vorzelt trocknen.



Extra Low-Budget-Camping-Idee:
Campingkocher – Essen ohne Aufwand
Wenn ihr das erste Mal zum Camping geht, werden euch die Angebote zu den Campingkochern verwirren. Es gibt 1-4-flammige Kocher, Gaskocher mit Schläuchen, verschiedene Größen und Kartuschen und jede Menge unterschiedliche Hersteller. Egal für was ihr euch entscheidet. Überlegt euch, für welche Aktionen er nützlich sein soll. Zum Wandern und Biken sollte er klein und handlich sein. Ganz wichtig – die Kartusche sollte einen Verschluss haben, damit nichts im Rucksack landet oder sich verflüchtigt. Campingaz hat z.B. Kartuschen zum Anstechen – hier bleibt der Kocher installiert, oder mit Verschluss – der Kocher kann jedes Mal wieder problemlos entfernt werden. Bei Primus ist es auch so. Es gibt Kocher mit „Startknopf“ oder zum Zünden. Im Familienzelt braucht ihr vielleicht größere Kocher. Hier habe ich keine Erfahrung, aber die Händler können euch gut beraten.
Wichtig ist: Kaufe immer eine Marke, die über die Grenzen hinaus erhältlich ist. Je weiter du ausschwärmst, je verbreiteter sollte sie sein. Es wäre fatal, wenn du in Frankreich eine neue Kartusche brauchst und die Marke deines Stadtshops dort nicht bekannt ist.
Unterwegs habe ich eine ganze einfache Ausstattung dabei. Meinen kleinen Topf mit Pfanne. Diesen nutze ich bestimmt schon zehn Jahre. Auch dabei habe ich immer zwei einfache Plastikflaschen, die ich mit Wasser fülle und ein leichter Plastikbecher versorgt mich mit Heißgetränken. So ist für alle Eventualitäten gesorgt: Essen bei Regen, Essen mit Aussicht und Essen, wenn man nur noch zu Iso-Matte will.



Nun habt ihr einen kleinen Überblick über verschiedene Abenteuermöglichkeiten. Wenn ihr den Artikel bis zu Ende gelesen habt, könnte es euer Ding sein. Ich wünsche euch viel Spaß bei euren ersten Schritten.
Eure Jacky