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Halloween special – Geister und Karma

Jede Sache hat ZWEI SEITEN – mindestens.
Ann Landers
Meine heutige Zitatgeberin ist Ann Landers – oder Esther Pauline Lederer, mit ihrem richtigen Namen. Sie war eine sehr erfolgreiche Kolumnistin und zu Glanzzeiten Ratgeberin für ca. 90 Millionen Menschen. Ich hoffe, dass ich ihr mit meinem heutigen Beitrag ein winziges Stück gerecht werde.
Unsere beiden Seiten sind heute Halloween und Karma – die Geistervertreibung und die Geister, die ich rief. Karma ist dabei wie das Echo einer Handlung, während ein Geist wie das Echo einer Erinnerung erscheint. Beide fragen: Was hinterlassen wir – und was müssen wir loslassen, damit Frieden entstehen kann?
Der Herbst ist eine Zeit des Wandels. Die Tage werden kürzer, Nebel legt sich über Felder und Wege, und die Blätter zeigen noch einmal ihre leuchtendsten Farben, bevor sie zu Boden sinken. Genau hier begegnen sich Halloween und Karma: Beide erzählen heute davon, dass nichts für immer gleich bleibt und dass hinter dem Offensichtlichen oft eine tiefere Bedeutung liegt.
Aktivitätenplaner für die Monstertorte
Kurzüberblick
- Teig: 4 mittelgroße Eier, 200g Zucker, 200g weiche Butter, 4EL Milch, 185g Mehl, 0,5TL Backpulver, 3EL Kakao, 1,5TL Zimt, 0,3TL Salz, schwarze Lebensmittelfarbe
- Füllung: 300g Beeren, 1EL Zucker, 0,5EL Speisestärke
- Frischkäse-Buttercreme: 500g weiche Butter, 450g Puderzucker, 500g Doppelrahmfrischkäse (kühl), 2TL Vanilleextrakt, fettlösliche Lebensmittelfarbe (z.B. orange, grün, lila)
- Deko: 25g essbare Zuckeraugen
- Formen: Schichtkuchenformen, alternative Formen für die Eigenkreation
Die Wahl der Hersteller bleibt euch überlassen.
Inspirationsquelle
Die Idee stammt von Fackelmann und wurde von mir individuell umgestaltet. Hier geht es zum Original. Ich habe die Schichtkuchenformen nicht gekauft, diese sind aber mit Sicherheit für das Original hilfreich.
Zubereitung der Monstertorte
Den Teig rühren und backen
Zuerst schlage ich Butter, Zucker und Salz auf, dann gebe ich die Eier nach und nach hinzu. Ich mische die Milch mit schwarzer Lebensmittelfarbe und verrühre dieses mit dem Butter-Zucker-Eier-Gemisch. Das Mehl habe ich vorher mit Backpulver, Kakao und Zimt vermischt und kann es jetzt nach und nach zur Masse geben. Und schon ist mein Teig fertig. Ich fette meine Backformen und teile den Teig auf. Wir benötigen nur dünne Böden, so gebe ich nur wenig Teig hinein und streiche alles ordentlich glatt. Ich backe alles bei 175 °C Ober- und Unterhitze. Meine Formen benötigen 35 min. Solltet ihr nicht nach dem Original gehen, nehmt die Stäbchenprobe.
Ruft nicht jeder von uns Geister?
Halloween und Karma haben so gar nichts gemeinsam! Vielleicht aber doch. Während Halloween keltische und christliche Wurzeln hat, entspringt Karma den östlichen Philosophien wie dem Hinduismus und Buddhismus. Lasst uns mal überlegen. Wie funktioniert „Süßes oder Saures“? Trick or Treat folgt einem logischen Tauschprinzip. Bekomme ich etwas Gutes, gehe ich friedlich. Wenn nicht, dann gibt es Rache. Obwohl Karma die reinste Form von Ursache und Wirkung ist, ist die Ähnlichkeit verblüffend. Jeder Handlung folgt eine Konsequenz – manchmal auch im nächsten Leben. Egal wie man es wendet, wir rufen unsere Geister selbst. Damit lässt sich doch arbeiten, oder?



Die Füllung vorbereiten
Die Beeren, den Zucker und die Speisestärke koche ich in einem Kochtopf unter ständigem Rühren auf. Danach gebe ich es in eine Schüssel und stelle es kalt.
Das Prinzip: Aktion und Reaktion
Eigentlich ist es ganz einfach. Beide Systeme beruhen auf dem gleichen Prinzip. Bin ich eine Hexe und klopfe an einer Tür, gibt es entweder Schokolade oder eine alte Rosinenstange. Bei Halloween sind die Regeln also klar. Und – sie sind sofort verhandelbar.
Da ist das Karma schon konsequenter. Das verhandelt nicht. Man kann dem Universum keinen Schokoriegel hinhalten. Das vergisst nicht, dass man einer Oma gerade die Vorfahrt genommen hat. Das Saure wird serviert, wenn man nicht damit rechnet. Bin ich aber ein netter Mensch und tue gute Dinge, bekomme ich eine metaphorische Pralinenschachtel.



Die Buttercreme zubereiten
Ich schlage die Butter mit Puderzucker für fünf Minuten auf, bis die Konsistenz sehr luftig und die Farbe weißlich ist. Dann gebe ich Frischkäse und Vanilleextrakt dazu und rühre es in die Masse ein. Nun noch die Creme aufteilen und jede Portion mit Lebensmittelfarbe eurer Wahl einfärben.
Halloween und die Geister, die wir mit uns tragen
Wenn Ende Oktober Kürbisse vor den Häusern leuchten, Kinder in bunten Kostümen von Tür zu Tür ziehen und sich die Dunkelheit ein wenig geheimnisvoller anfühlt als sonst, feiern wir Halloween. Auf den ersten Blick geht es um Grusel, Masken und Süßigkeiten. Doch hinter dem Brauch verbirgt sich auch eine schöne menschliche Idee: Wir geben dem Unheimlichen ein Gesicht, lachen gemeinsam darüber und nehmen ihm damit einen Teil seiner Macht.
Auch im wirklichen Leben begegnen uns „Geister“. Sie tragen keine weißen Laken und rasseln nicht mit Ketten. Es sind alte Ängste, ungeklärte Konflikte, Schuldgefühle, Enttäuschungen oder Erinnerungen, die uns bisweilen verfolgen. Manchmal ist es auch die Sorge vor dem, was noch kommen könnte. Solche inneren Geister bleiben besonders hartnäckig, wenn wir sie verdrängen. Wie Schatten wachsen sie im Dunkeln, während sie im Licht oft ihre bedrohliche Gestalt verlieren.
Die eigenen Geister zu vertreiben bedeutet deshalb nicht, sie gewaltsam zu verscheuchen. Oft hilft es mehr, ihnen mutig zu begegnen: indem wir benennen, was uns belastet, mit einem vertrauten Menschen darüber sprechen, um Verzeihung bitten oder selbst vergeben. Manche Sorgen werden kleiner, wenn wir sie aufschreiben; andere verlieren ihren Schrecken, wenn wir einen ersten konkreten Schritt tun. Und wenn ein innerer Geist zu schwer oder zu hartnäckig wird, ist es ein Zeichen von Stärke, sich Unterstützung zu suchen. Offenheit, Mitgefühl und Gemeinschaft sind häufig das hellste Licht gegen das, was uns im Verborgenen ängstigt.
Vielleicht liegt genau darin die schönste Botschaft von Halloween: Wir müssen unsere Geister nicht fürchten oder vor ihnen davonlaufen. Wir können sie ansehen, verstehen und verwandeln. Aus Angst kann Achtsamkeit werden, aus einer schmerzhaften Erinnerung Mitgefühl und aus Einsamkeit neue Verbundenheit. Wenn wir Licht in unsere dunklen Ecken bringen, verlieren die Geister ihre Macht – und manchmal werden sie sogar zu Lehrmeistern, die uns zeigen, wie viel Mut bereits in uns steckt.
Die Torte zusammensetzen
Ich sage es euch gleich. Die Creme ist die Hölle. Sobald sie etwas warm wird, fängt sie an zu laufen. Schafft euch etwas Platz im Kühlschrank und im Tiefkühler und setzt die Böden mit der Creme zwischendurch immer da rein. Besonders bei der Beerenfüllung ist der Tiefkühler für fünf Minuten Gold wert. Da ich einen großen und vier kleine Böden habe, wird mein Monster einen Sockel bekommen und darauf sitzen. Die kleinen Böden schneide ich glatt und streiche darauf eine farbige Creme. Für die Beerenfüllung erhöhe ich die Ränder. Da ich ein farbiges Monster erschaffen möchte, streiche ich auch die Ränder mit ein. Dann staple ich alles übereinander. Der letzte Boden bekommt keine Beerenfüllung. Zum Schluss füge ich dem Sockel noch kleine Monster zu und verstreue Glitter und klebe Augen. Fertig ist meine Gruseltorte. Und jetzt ab in den Kühlschrank.
Karma – Die Spuren des Handelns
Karma ist die schöne Vorstellung, dass unsere Gedanken, Worte und Taten Spuren hinterlassen. Was wir in die Welt geben, beeinflusst andere Menschen – und oft auch uns selbst. Dabei ist Karma kein Wunschautomat und kein unsichtbares Punktekonto, das jede gute Tat sofort belohnt. Es erinnert uns vielmehr daran, bewusst zu leben und Verantwortung für das zu übernehmen, was von uns ausgeht.
Gutes Karma kann man nicht erzwingen oder für immer garantieren. Aber man kann jeden Tag etwas dafür tun: aufmerksam zuhören, ehrlich sein, ohne eine Gegenleistung helfen, dankbar bleiben und eigene Fehler wiedergutmachen. Es geht nicht darum, vollkommen zu sein. Viel wichtiger ist die ehrliche Absicht, aus Erfahrungen zu lernen und nach einem Fehltritt wieder einen guten Weg einzuschlagen.
Muss man dafür immer nett sein? Nein. Ein guter Mensch zu sein bedeutet nicht, zu allem Ja zu sagen oder die eigenen Grenzen zu vergessen. Manchmal ist ein klares, respektvolles Nein ehrlicher als ein freundliches Ja, das man gar nicht so meint. Auch Kritik kann richtig sein, wenn sie fair bleibt, und gegen Unrecht einzustehen ist oft wichtiger, als von allen gemocht zu werden. Für gutes Karma zählen Mitgefühl, Aufrichtigkeit und verantwortungsvolles Handeln mehr als oberflächliche Nettigkeit.
Das Gute am Karma ist die Hoffnung, dass selbst kleine Gesten etwas bewirken können. Ein freundliches Wort, eine ehrliche Entschuldigung oder ein Moment echter Aufmerksamkeit macht die Welt vielleicht nicht sofort vollkommen, aber ein wenig menschlicher. Wer Gutes tut, nur um belohnt zu werden, wartet ständig auf eine Gegenleistung. Wer dagegen aus Überzeugung handelt, erlebt den Wert bereits im Augenblick selbst: durch Vertrauen, Verbundenheit und inneren Frieden. Vielleicht ist das das schönste Karma – nicht immer Glück zu haben, sondern möglichst viel Gutes auf dem eigenen Weg zu hinterlassen.



Und falls das mit dem guten Karma doch einmal nicht sofort klappt, hilft nicht nur an Halloween diese einfache Regel: Behandle Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest – und gib den Geistern am besten Schokolade. Denn wer weiß: Vielleicht führt das Karma ja Buch … und nimmt Süßigkeiten als Anzahlung!
Eure Jacky
Kennst du schon die lustigen Mohnschnecken?
Selbstironie to go – ein Beitrag, um das Leben leichter zu nehmen.