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Marple and me: Hermannsweg

Zu Ostern über Stock und Hermannsweg

Marple and me an den Externsteinen. Die 40 Meter hoch aufragende Felsformation bei Horn-Bad Meinberg aus Sandstein ist sehr bizarr. Riesige Felsblöcke wirken wie hingestellt. Ein magischer Ort.

Ostern auf dem Hermannsweg

Meine Mama lockt mich mit einem fantastischen Marple and me – Hermannsweg-Abenteuer. Im Teutoburger Wald soll es eine Schlacht gegeben haben. Arminius, Hermann der Cherusker, steht noch dort und wir wollen ihn besuchen. Natürlich ist wieder jede Menge Lauferei dabei. Aber die Temperaturen sind noch angenehm und ich könnte mal eine Abwechslung zum Alltag gebrauchen. Und Schlacht klingt ein wenig nach Futti und so lasse ich mich überreden und wir fahren nach Horn-Bad Meinberg.

Aufgewacht, die Sonne lacht

Wir haben ein sehr schönes Hotelzimmer mit Wintergarten; im Bett schlafen, kann ich trotzdem nicht. Wenigstens darf ich im Auto warten, während sie frühstückt. Dann weiß ich, dass es gleich los geht. Scheinbar werden die Brötchen heute noch gebacken, denn ich hocke hier ewig. Nie beeilt sie sich! Da misst sie wohl mit zweierlei Maß. „Jetzt komm!“, heißt es immer, sollte ich mal länger schnuffeln. Wenn ich es mir richtig überlege, werde ich heute mal den Spieß umdrehen und die feine Dame etwas triezen. Mal sehen, wie das so bei ihr ankommt.

Jede Menge Brennholz

Wir parken Coco in Leopoldstal. Es ist sehr früh am Morgen und so sind noch ausreichend Stellplätze frei. In ein paar Stunden wird es anders aussehen, denn die Sonne zeigt sich zu Ostern von ihrer besten Seite. Zuerst strecke ich mich ausgiebig und mache meine Dehnübungen. Was sie nicht weiß: Ich wärme mich für unsere Tour auf, sie soll heute richtig schwitzen. Und dann geht es los. Immer den Wanderweg bergauf. Und ich an der Spitze, Kurve für Kurve. Dann lichtet sich der noch blätterlose Wald und gibt die Verwüstung des Winters preis. Da liegen sie, die Baumstämme und in Sekunden ändert sich für mich die komplette Situation. Mama steigt einfach drüber. Und ich schaue panisch.

Ich bin eine vorzügliche Teammarple

Ich stehe vor den Stämmen und weiß erst so gar nicht, was zu tun ist. Aber ich bekomme die Situation schnell unter Kontrolle. Langsam schiebe ich mich unter den Holzriesen durch und werde richtig mutig. Mama hilft mir, damit ich über die Holzklötze klettern kann, unter denen ich nicht durch passe. Was für ein Spaß. Und so geht es den ganzen Weg. Mein Groll ist vorerst verflogen. Zuerst erreichen wir die Lippische Velmerstot mit dem Obelisken aus Sandstein. Velmerstot bedeutet übrigens: der Steilhang von Feldrom (Stot = Steilhang) und der Hügel heißt eigentlich Feldromer Berg und misst 446 m. Auf einer Bank genießt Mama eine weite Sicht ins Land. Mich interessiert nur eins – die Krümel am Boden, die Wanderer für mich liegengelassen haben.

Da schläft noch einer am Hermannsweg

Nach unserer kurzen Pause gehen wir weiter. Gut ausgeruht, fällt mir mein Plan wieder ein und ich marschiere stramm voran. Hier gibt es aber so vieles zu entdecken, dass ich sehr langsam werde und – habe ich es euch nicht gesagt – sie wieder anfängt zu nörgeln. „Jetzt komm!“, überhöre ich und wenn ich den Spieß schon gedreht habe, dann auch in diese Richtung. Nun kenne ich jeden Quadratzentimeter im Egge-Gebirge und habe sie wunderbar auf die Palme gebracht. Wir laufen den Weg immer bergauf und Mama ruft: „Sieh, da ist der Turm.“ Ich sehe einen Hut am blauen Himmel. Gehen wir mal schauen.

Mama klettert auf den Egge-Turm und bestaunt die Umgebung von oben. Ich habe keine Lust und lege mich entspannt in die Sonne. Wenigstens hat sie mir genug Leine gelassen. Als ob ich weglaufen würde. Vielleicht mal um die Ecke schauen, aber ich komme immer wieder. Sie hat schließlich die Tasche mit meinem Futti. Am anderen Ende hat sie eine offene Wanderer-Hütte ausgemacht und dort wollen wir unsere Mittagszeit genießen. Als wir ankommen staunen wir nicht schlecht. Da steht ein schnarchendes Zelt. Ich will natürlich gleich schnuffeln gehen, denn es könnte ja der Papi darin schlummern. Schließlich macht er ähnliche Geräusche. Aber Mama verbietet es mir. Beleidigt setze ich mich in den Verschlag und schmolle erst einmal ein Weilchen. Jedenfalls so lange, bis Mama mir eine kleine Leckerei gibt.

Auf Wiedersehen, Marple and me-Lieblingsbecher

Weiter geht es auf einem schmalen Wanderweg. Nirgendwo findet sich ein Busch für meinen Mama. Es sind zwar kaum Menschen unterwegs, aber so auf die Wiese hocken will sie sich dann doch nicht. Wir treffen auf ein Steinkreuz. Aber auch das ist nicht so der rechte Ort. Nachdem wir die Preußische Velmerstot (464 m) überschritten haben, hat sie es aber endlich geschafft und wir können erleichtert weiterziehen. Eine ganze Weile geht jeder seinen Gedanken nach – „Wann gibt es endlich Futti? Wird sie mich heute Abend ausgiebig kraulen? La, la, lalalala ….“

Es geht um eine Kurve und der Wald, oder das, was gerade davon übrig ist, lichtet sich. Mit dem Blick auf eine Ortschaft laufen wir auf eine Bank zu. Mama möchte, dass wir hier Pause machen. Aber richtig gemütlich ist es nicht. So gehen wir noch ein paar Meter weiter und stoßen auf eine Relax-Bank. Mama legt meine Decke auf die ergonomisch geschwungene Holzfabrikation und hebt mich hoch. Dann setzt sie sich daneben. Und wir schauen einfach in den sonnigen Nachmittag.

Papi hat mir zum Abschied einen kleinen weißen Faltnapf geschenkt. Einen mit Karabiner, den man an der Tasche befestigen kann. Mit Hundepfötchen und einem Bulldoggen-Spruch: „All you need is your Bulldog“. Mehr Dekoration als Napf, aber meiner. Mama hat ihn einfach an der Bank vergessen. Sie sagt zwar, er hätte sich vom Rucksack gelöst und es täte ihr leid. Aber das bringt ihn nicht wieder. Traurig werde ich später das Wasser aus dem Silberbach schlecken, meinen roten Falt-Ersatzbecher kann sie behalten. Mein weißer Faltnapf war für unsere Marple and me-Abenteuer gemacht und jetzt ist er weg.

Eine Waffenschmiede als Finale

Der Weg durch das Silberbachtal ist ganz schön lang. Aber es geht über Stock und Stein und so wird mir nicht langweilig. Am späten Nachmittag erreichen wir noch eine alte Schleifmühle. Mama findet sie interessant und so muss ich kurz warten. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden hier Waffen und Werkzeuge hergestellt. Ganz leicht kann ich noch den Wachhund riechen, wetten? Nicht gebürstet und sauber, aber bestimmt ein ganzer Kerl. So wie Russel Crowe in Gladiator. Jetzt habe ich so langsam keine Lust mehr, aber bis zum Parkplatz sind es noch ein paar Meter. Mit ganz viel Motivation kämpfe ich mich die letzten Meter voran. Völlig erschöpft steige ich in Coco und muss über Mama schmunzeln, die über den Beifahrersitz einsteigen muss. Und auch hier ist es ganz schön knapp. Nett, oder?

Meet and Greet: Arminius

So ein kurzes Osterwochenende muss man ausnutzen. Jedenfalls ist Mama der Meinung. Am nächsten Morgen stehen wir wieder zeitig auf, denn heute werde ich endlich Arminius kennenlernen. Mit dem Auto fahren wir nach Schling und von dort geht es per pedes wieder auf den Hermannsweg und zur Grotenburg. Wir kommen an Holzschnitzereien vorbei, die ich vorsichtshalber anknurre. Man weiß ja nie.

Marple and me: Hermannsweg. Ostereier an einer Tanne.

Ostern oder meine Wiedergeburt als Hase

Ich wusste schon immer, das ich etwas Besonderes bin. Meine Hundeeltern sagen das jeden Tag. Aber so besonders?

Nach den Schnitzereien taucht eine Tanne mit den Eiern auf. Wir wundern uns kurz, aber finden die Idee total witzig. Uns kommt ein Mann entgegen, in seiner Kiepe hat er seinen jungen Spross. Da der Weg ziemlich eng ist, warten wir eine Weile und lassen das Gespann an uns vorbei. Der Vater grüßt freundlich und der kleine Junge feixt über das ganze Gesicht. Dann sieht er mich und ruft laut: „Da, der Osterhasi!“

Ich drehe mich um. Habe ich Meister Langohr verpasst? Den hätte ich gerne ein paar Runden gejagt. Oder wo sieht er den Hasen? Ich drehe mich und suche, kann ihn aber nicht finden. Mit einem Schlag wird mir klar: der meint mich. Scroll ein wenig nach oben, dann erkennst du es auch. Meine Ohren stehen wie eine eins. Und ein kleines Schwänzchen habe ich auch – eher wie ein Ferkel, nicht wie ein Puschel, aber das zählt für Dreijährige nicht. „Das ist nicht der Osterhasi“, klärt der Vater auf. Der kleine Junge schaut etwas enttäuscht. Wir können nicht anders und zwinkern geheimnisvoll: „Das ist der Osterhasi.“ Und ein Sonnengesicht strahlt wieder.

Das Hermannsdenkmal

Stolz laufe ich zu Arminius, der sehr groß auf seinem Sockel thront. Du hast vielleicht die Schlacht um den Teutoburger Wald gewonnen und die Römer besiegt, aber ich bin der Osterhasi. Mich kennt die ganze Welt. Das Denkmal ist sehr imposant. Ganze 26,5 m misst der Kriegsherr. Sein Schwert ist ganze 7 m lang. Mit Sockel ist das Monument 53,5 m hoch und somit das höchste in Deutschland. Wie in jeder guten Familie wurde er von seinen Verwandten ermordet. Bin ich froh, dass meine Geschwister weiter weg wohnen. Ich schnuffle mich noch durch die Anlage und immer mehr Menschen strömen auf die Grotenburg. Im Besucherzentrum gibt es viel zu sehen.

Marple and me: Hermannsweg. Der Eggeturm und seine Konstruktion.
Marple and me: Hermannsweg. Arminius - das Hermannsdenkmal.

Die mystischen Externsteine

Wir machen uns langsam auf den Rückweg und ruhen uns im Hotel aus. Die Externsteine befinden sich gleich hinter unserer Schlafstatt und wir laufen noch einmal los. Inzwischen ist es richtig warm geworden und ich habe keine Lust mehr. Also suche ich mir auf dem Weg eine kühle Stelle und lege mich ordnungsgemäß ausgebreitet auf den Bauch. Und dort liege ich dann für die nächste halbe Stunde. Mit neuer Kraft erreichen wir den mystischen Ort. Die Wiese am See und vor den Steinen ist voller Menschen, die den schönen Tag genießen. Und wir? Wir legen uns einfach dazu und schauen auf die bizarren Gebilde. Und während wir so träumen, kommt der Papi und zeigt uns die Mammuts, die zu einer anderen Zeit durch die Landschaft ziehen – einfach magisch.

Hier geht es zu den Premieren: Marple & me: Rennsteig und Marple & me: Løkken.

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