
Wer die Show macht, ist der Boss
Marple & me
Abenteuer in Løkken
Lesezeit: 9 Minuten
Marple and me in Løkken

Bunker, Kunst und Badehäuser
Endlich ist es soweit. Mama und ich fahren wieder in den Urlaub. Ich schlüpfe schnell in meinen Hundesitz und kann es kaum erwarten, dass es losgeht. Uns erwartet in der kommenden Woche ein hyggeliger Urlaub in Løkken mit einer Mischung aus Bunkern, Kunst und Badehäusern. Ich liebe die Stimmung in Dänemark. Und die Leinenpflicht. Nirgendwo auf der Welt kann man so entspannt Urlaub machen.
Immer gerade aus nach Norden
Wie immer sind wir ausreichend zeitig losgefahren. Das ist auch gut so! Keiner will mit mir, wenn ich erstmal richtig gelangweilt bin, länger als zwei Stunden auf kleinstem Raum gefangen sein. So kann ich noch etwas schlafen. Als ich wach werde, stürmt sie gerade ein Toilettenhäuschen auf einem Rastplatz. Ich gähne und mache mich zum Aussteigen fertig. Aber scheinbar sind wir noch nicht da. Heute bin ich keine Spielverderberin und warte geduldig, bis ich in Løkken aus dem Auto darf.
Heute ist alles tiny – ich, die Mama und das Appartement
Unser Tiny-Appartement liegt am Strand und ich bin sofort verliebt. Unter fachmännischer Kontrolle legt Mama mein Bett genau neben ihre Schlafstatt. Ich überprüfe, ob sie auch gut mit ihrem Arm in der Nacht auf mein Kissen reichen wird. Wenn ich nachts wach werde, möchte ich, dass sie mich dann auch kraulen kann. Ja, ich habe da so meine Ansprüche und sie soll es ja auch ordentlich machen können. Da auch mein Napf schon den rechten Platz gefunden hat und ich gefressen habe, möchte ich jetzt gerne an den Strand. Den habe ich schon „erhört und erschnuffelt“.
Ich blicke zu ihr rüber und höre nur „… dann müssen wir wieder fahren.“ Halt, stopp! So nicht! Nur weil die Wäsche fehlt, fahren wir doch nicht nach Hause. Sie kann sich heute Nacht doch zu mir auf das Kissen rollen und dann wird uns schon warm. Und Duschen kann sie auch übermorgen. Mich stört es nicht, wenn sie etwas „abgestanden“ riecht. Wir kugeln uns zusammen im Sand und sind unsere Hautschuppen los. So einfach.
Ab morgen bin ich der Boss
Sie konnte wohl doch die Dame am Telefon davon überzeugen, uns mit Wäsche auszustatten. Mama schreibt ein paar Zahlen auf und zieht mich an. Ich will aber nicht zum Servicepoint, ich will zum Strand. Der könnte später nicht mehr da sein und ich gehe doch kein Risiko ein. Letztendlich bin ich die Stärkere! Aber sie hat die Daumen, um meine Dose mit Hundefutter zu öffnen. Ich gebe nach und erkläre eindeutig, dass ich den Rest der Woche bestimmen werde. Mit einem Blick auf die Inletts gibt sie sich geschlagen.
Like ice in the sunshine
Da wir das Auto schon auf den Parkplatz gefahren haben, laufen wir zur Station. Das bisschen Wäsche bekommen wir getragen. Wir ist sie, aber das weiß meine Mama. Alles riecht hier nach Hund und wir kommen nur langsam voran, weil ich an jeder Ecke die Zeitung lesen muss. In der Innenstadt finden wir ein Eiscafé, welches Hundeeis anbietet. Mir läuft das Wasser im Maul zusammen. Die Wäsche habe ich schon vergessen und dränge auf den Eingang zu. Häh? Hier dürfen keine Hunde rein? Wie soll sie mein Eis holen? Vertröstet auf den Folgetag laufen wir weiter Richtung Servicepoint.
Mit der Wäsche gehen wir zurück ins Appartement. Jetzt bin ich völlig geschafft und schlafe eine kurze Runde. Morgen ist auch noch ein Tag.



Von Steinriesen und Joggerinnen
Heute geht es zum Strand. Wir wollen uns die Steinriesen anschauen. Ich liebe die endlosen Weiten. Allerdings darf ich zu Hause nicht so viel im losen Sand schnüffeln, weil das gefährlich ist. Aber fester Sand ist traumhaft für uns Hunde. Der bleibt beim Schnüffeln wo er hingehört – nämlich auf dem Boden. Da es noch sehr früh am Morgen ist, sind wir die einzigen Wanderer und ich darf von der Leine. Und das nutze ich aus und schaue, was ich so alles zu fressen finde. Mama schimpft immer, wenn ich halb verrottete Krabbenbeine kaue. Sie weiß halt nicht, was gut ist.
Ich fürchte mich sonst nie
In einige der Paläste kann ich sogar hineinschlüpfen. Ständig bleibt sie stehen und macht Fotos am Bunkersti, also vertreibe ich mir die Zeit. Und so bemerkt sie auch die Joggerin nicht, die ich fürchterlich erschrecke. Aber nicht, weil ich gefährlich bin, sonderen weil ich aus einem Steinriesen herausgeschossen komme. Irgendetwas hat mich da drin in Panik versetzt. Ab hier bleibe ich bei Mama. Man kann nie wissen. Die Joggerin? Sie hat mit Mama gelacht, als der Scheck vorbei war. So what – ich bin gut versichert. Nur Mama möchte halt immer, dass ich mich korrekt verhalte. Spießerin ….



Was suchen hier wir eigentlich?
Das Städtchen Løkken ist schon eigenartig. Nachdem wir heute morgen an meinem Lieblingsaussichtsturm waren, wollen wir heute den Kunststi erkunden. Das finde ich ja ganz furchtbar. Und gleich bei der ersten Gelegenheit demonstriere ich das. Da ich aber heute auch mein Eis möchte, muss ich jetzt genau den Schlachtplan überlegen. Ich zeige mich also willig und laufe mit ihr quer Beet ein. Und gleich werde ich belohnt. Karma eben. Wir finden eine Schule. Die ist sogar noch größer als meine zu Hause. Eine Wandmalerei und eine Skulptur sind dort versteckt. Und das Allerbeste: Wir müssen über den Schulhof. Ein Paradies aus Kaugummi, Gummibärchen, Pausenbroten und anderen Köstlichkeiten erwartet mich. Wenn sie ausreichend beschäftigt ist – Jackpot!
Der Dieb mit dem Besen
Ich suche, aber kann nichts finden. Ist der alte knorrige Mann mit dem Besen schuld? Er scharrt da sehr energisch damit über den Boden. Der alte Sack klaut mir mein Essen. So geht das aber nicht. Ich wuffe ihn kurz an, er zeigt sich unbeeindruckt. Dann entdecke ich einen Brombeerstrauch. Bitte, bitte – ich flehe Mama an. Sie hat ein weiches Herz und wir machen eine Pause am Strauch. Sie sammelt mir die besten Beeren ab und dann wanderen sie in mein Mäulchen. Lecker!
Von der Schule aus müssen wir wieder durch die Stadt, um zu unserem Lager zu kommen. Die Schatten werden langsam länger und ich bin auch müde. Auf Eis habe ich heute gar keine Lust mehr. Als Mama welches besorgen möchte, ziehe ich an der Leine Richtung Wohnung. Vielleicht morgen.



Über die große Straße
Heute soll es auf die andere Seite der Schnellstraße gehen. Wie aufregend. Ausgeschlafen strecke ich mich ausgiebig. Mama packt den Rucksack und los geht es. Ich finde es ein wenig nervig, dass ich seit drei Tagen Leitungswasser saufen muss. Hier gibt es sonst nur Salzwasser. Wer mich kennt, weiß, dass ich Pfützen- und Seewasser lieber mag.
Zuerst müssen wir wieder ein Stück durch die Stadt. Hier kenne ich schon alles und so kommen wir zügig voran. Am Supermarkt muss ich schnüffeln. Vor dem Eingang könnten liegengebliebene Köstlichkeiten auf mich warten. Ich schaue in Richtung Straße und denke mir: Da kommen wir niemals rüber. Aber halt, wo läuft sie hin? In einen Keller? Kurz bin ich verwirrt, stelle aber auf der anderen Seite fest, dass wir überlebt haben. Puh.
Ein ganzer See für mich
Zu meiner großen Freude ist hier ein Waldstück. Ein Steinriese steht gleich am Anfang des Weges. Und dann geht es durch den Wald. Ein kleiner Trail führt uns immer weiter gerade aus. Ich bin überglücklich. Und dann sehe ich mein Geschenk des Tages – einen See. Schnell bin ich am Ufer und schlabbere so viel Wasser wie ich kann. Die Nacht wird geruchlich nicht das Highlight, aber sie wird es überleben.
Der Weg führt uns weiter in das Hinterland. Dann begrenzt uns ein Golfplatz. An einem Bauwagen muss ich ganz kurz warten, bis sie wieder herauskommt. Was auch immer dort passiert ist, sie möchte jetzt, dass wir zurücklaufen und einen anderen Weg nehmen. Das kann ich gar nicht leiden. Ich laufe immer Runden, nie Strecken. Wir diskutieren eine ganze Weile. Da es aber wieder am See vorbeigeht, lasse ich mich überreden.
Ist das Leben nicht schön?
Und das ist auch gut so. Wir kommen auf die andere Seite der Kleinstadt, gehen wieder über die Straße, überleben erneut und finden einen wunderschönen Pfad an einem Priel. Dort setzen wir uns auf eine Bank und genießen den Nachmittag. Ich lasse mich ausgiebig kraulen. So macht das Hundeleben Spaß.



So viele Badehäuser und eine nette Dame
Heute ist Strandtag. Ich bin einverstanden und murre auch nicht, als wir nicht gleich zum Wasser gehen. Wir laufen durch das Dorf und gelangen zu einem kleinen Park. Dort gibt es für mich wieder leckere Brombeeren zu naschen. Dann geht es über und durch die Dünen bis zum Wasser. Wir lassen uns ausgiebig Zeit und ich schnüffele hier und da. Bei schönstem Wetter nehmen wir unsere Sitzkissen und setzen uns in den Schatten der vielen Badehäuser. Mama hat gezählt. Knapp bis zu 500 Stück könnten es sein.
Auf dem Rückweg lerne ich meine neue Freundin kennen. Sie ist Fotomodell und auf ganz vielen Fotos hier in Løkken zu sehen. Mama macht auch ein Foto von ihr. Ich bin einverstanden, als Mama mich fragt, ob ich heute meine Lieblingsfotos zeigen möchte. Hier seht ihr, warum ich gerne in Løkken bin. Das Schiff habe ich jeden Morgen besucht. Am Fuß liegt die eine oder andere Krabbe für mich bereit.



Durch die Gassen auf und ab
Die restlichen Tage erkunden wir den Kunststi weiter. Ich kann nicht verstehen, was sie an den Dingern so toll findet. Wäre ich ein Rüde … okay, aber so habe ich gar nichts davon. Ständig muss ich warten, weil sie ein Foto davon machen will. Aber inzwischen fühle ich mich bulldoggenwohl und wir finden jeden Tag ein neues Beerenfeld. Wir laufen die Gassen auf und ab, bis wir alle Skulpturen und Wandmalereien gefunden haben.
Hier zeige ich mal, was meine Mama so entdeckt hat. Das ist nur eine kleine Auswahl. Es gibt sehr viel mehr. Aber ich habe ihr gesagt, sie soll nicht alles hier einstellen. Sicherlich wollt ihr auch mal schnüffeln gehen. Ich freue mich auf das nächste Jahr, wenn es wieder nach Løkken geht und vergebe fünf Pfoten.








